
12.06.2026
Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Seniorenzentrum Region Sulgen präsentierte der Genossenschaftsversammlung einen stabilen Jahresabschluss 2025. Die Bettenauslastung lag bei fast 100 Prozent. Die Nachfrage nach Tagesplätzen für Demenzkranke ist wiederholt stark gestiegen. Das Berichtsjahr stand ganz im Zeichen der Planungsarbeiten für die bevorstehende Sanierung und Erweiterung des Seniorenzentrums.
48 Genossenschafterinnen und Genossenschafter versammelten sich am Mittwoch, 10. Juni im Seniorenzentrum zur 43. Generalversammlung. Sie nahmen Kenntnis von einem weiteren positiven Rechnungsabschluss: Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit einem Überschuss von rund 31'000 Franken ab. Der Verwaltungsrat wertet das Ergebnis als solides Fundament für die anstehenden Investitionen. «Die stabile finanzielle Basis unserer Institution ist eine zentrale Voraussetzung, um die kommenden Aufgaben verantwortungsvoll anzugehen», sagte Verwaltungsratspräsident Dominik Schlumpf. Ebenfalls verabschiedet hat die Versammlung die Abrechnung des Planungskredits (880'850 Franken), der mit einer Punktlandung eingehalten werden konnte.
Nahezu 100 Prozent Auslastung
Die hohe Nachfrage nach Pflege‑ und Betreuungsplätzen blieb auch im Berichtsjahr
bestehen. Die durchschnittliche
Bettenbelegung lag bei 97.35 Prozent bei 69 Betten. Die wiederholt hohe
Auslastung zeige, dass das Seniorenzentrum mit seinem Angebot den Bedürfnissen
entspreche. Aber sie zeige auch Handlungsbedarf auf, weil die Anzahl an
Pflegeplätzen offensichtlich nicht genüge. Im Zuge der Erweiterung ist in
Absprache mit den Bedarfsgemeinden eine Aufstockung der Pflegeplätze auf 95
Betten geplant.
Erneut stark zugenommen hat auch die Nachfrage im Tageszentrum Seraphin für Demenzkranke: 1033 Mal wurden Tagesgäste betreut, was einer Zunahme von 39 Prozent entspricht.
Bezahlbare Plätze anbieten
Das Seniorenzentrum hat die Tarife nur moderat angepasst.
Gleichzeitig gingen die Beiträge von Kanton und Gemeinden an die
Pflegeleistungen zurück. Der Verwaltungsrat hält an seinem Ziel fest, auch
künftig bezahlbare Plätze anzubieten und die Kostenentwicklung mit Augenmass zu
steuern – insbesondere auch die Personalkosten. Angestiegen ist das
Genossenschaftskapital dank des überdurchschnittlichen Zuwachses neuer Genossenschaftsmitglieder.
Der Verwaltungsrat wertet dies als Zeichen des Vertrauens in die Institution
und ihre langfristige Ausrichtung.
Projekt «LebensRaum»: Baustart unter laufendem Betrieb
Die Arbeit im Verwaltungsrat war 2025 geprägt von den
aufwändigen und komplexen Planungsarbeiten rund um das Sanierungs‑
und Erweiterungsprojekt «LebensRaum». Am 1. Oktober hatten die
Genossenschafterinnen und Genossenschafter dazu den Baukredit über 15 Mio.
Franken genehmigt. Mit dem Spatenstich Ende Mai 2026 und dem bevorstehenden
Baustart tritt das Projekt nun in die Umsetzungsphase. Es handelt sich um die
umfassendste bauliche Erneuerung seit der Eröffnung des Hauses und schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige Pflege‑ und
Wohninfrastruktur in der Region. Verwaltungsratspräsident Dominik Schlumpf
betonte, dass man sich der besonderen Situation bewusst sei: «Die Bauarbeiten
erfolgen unter laufendem Betrieb. Das bringt Herausforderungen mit sich. Wir
werden diesen mit der nötigen Sorgfalt begegnen und grösstmögliche Rücksicht
auf Bewohnende, Mitarbeitende und Angehörige nehmen.»
Treffpunkt für die Bevölkerung
Das Seniorenzentrum erfüllt neben seinem Pflege‑
und Betreuungsauftrag auch eine wichtige soziale Funktion. Mit dem Café Dorfplatz und zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen hat sich
das Haus weiter als Treffpunkt für
die Bevölkerung etabliert; die Bewohnerinnen und Bewohner können so
aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, ohne das Zentrum verlassen zu
müssen. Diese Öffnung
nach aussen stärkt die
Verankerung des Seniorenzentrums im Dorfleben und fördert den generationenübergreifenden
Austausch.
Strategische Weichenstellungen 2026
Im Rahmen der Erneuerungswahlen stellte sich der gesamte
Verwaltungsrat zur Wiederwahl. Präsident Dominik Schlumpf sowie die fünf weiteren
Mitglieder wurden ehrenvoll wiedergewählt. Im Fokus des Verwaltungsrates stehen
2026 neben der Umsetzung des Bauprojekts unter anderem Themen wie die
Weiterentwicklung der Organisation, das Risikomanagement sowie die langfristige
Sicherung des Standorts. «Wir möchten mit unserer Immobilienstrategie das
Seniorenzentrum langfristig als regionalen Versorgungsstandort sichern und
weiterentwickeln, unter anderem mit Akquisitionen und Angebotserweiterungen»,
so Dominik Schlumpf.